Trainingslager auf Mallorca- Einmal anders


Da unser Vereinsmitglied Jörg Mahnke aus terminlichen Gründen nicht im selben Zeitraum wie seine Radsportkollegen von Marathon Ibbenbüren auf der beliebten Radsportinsel weilen konnte, war er schon im März zum zweiwöchigen Trainingslager angereist. Da er nun ohne Windschatten trainieren musste hat er den Urlaub dann insgesamt etwas anders gestaltet. So hat er zwischen den Radtouren, diese überwiegend in der Inselmitte und im Westen der Insel, immer auch Wanderungen in das Tramuntana-Gebirge unternommen.

Jörg auf dem Galileu

Nachdem Jörg sich auf seiner ersten Tour von Alaró über das Kloster Santa Margalida nach Sa Pobla und zurück nach Alaró auf 62 Kilometern die Beine etwas eingefahren hatte ging am nächsten Tag seine erste Wandertour auf die Massanella, mit 1364 Meter über N.N. der zweithöchste Berg der Insel. Die Tour begann am Kloster Lluc bei 480 Meter über N.N.. Auf den ersten 3 Kilometern waren dann 520 Höhenmeter zu überwinden, bevor es nach dem Queren eines Hochplateaus mit dem Puig d´en Galileu (1147 Meter über N.N) den ersten Gipfel zu erklimmen galt. Oben angekommen genoss Jörg den schönen Ausblick auf das Tramuntana-Gebirge und auf den gesamten Osten der Insel. Zur Massanella ging es dann erstmal knapp 250 Höhenmeter herunter bevor der Aufstieg zum Gipfel begann. Auf den letzten 150 Höhenmetern führte die Route durch die Westwand der Massanella, da ging es schon recht steil herunter. So konnte Jörg leider nicht die zwei Mönchsgeier fotografieren, die ca. 15 Meter von ihm weg kreisten. Die schienen da wohl ein Festmahl zu erwarten. Kurz danach war der Gipfel erreicht und nach einer langen Pause mit einem atemberaubenden Ausblick ging es dann knapp 1000 Tiefenmeter zurück zum Kloster Lluc. Auf knapp 14 Kilometer Strecke waren 1085 Höhen-/ Tiefenmeter bewältigt.

Nach einem Ruhetag war dann wieder Radfahren angesagt. Bei Sonnenschein und 22° Grad Celsius ging es über 80 Kilometer zur Cura auf dem Randa, mit 860 Höhenmetern auch schon etwas ambitionierter im Profil. Auch der folgende Tag war dem Rad gewidmet. Jörg machte eine kurze Runde mit 38 Kilometern aber 595 Höhenmetern von Alaró über Orient, Bunyola, Santa Maria  zurück nach Alaró.

Es folgte der einzige Regentag und dann war wieder Wandern angesagt. Es ging von Alaró aus von 220 Meter über N.N. auf knapp 700 Meter über N.N. Wieder waren fast alle Höhenmeter auf den ersten 3 Kilometern zu überwinden. Mit Hilfe der auf Mallorca als Wegemarkierungen üblichen Steinmännchen fand er dann den Abstieg in die Coa Negra, eine spektakuläre, tiefe Schlucht im auslaufenden Gebirge. Teilweise 100 und mehr Meter fällt es direkt am Weg ab, da ist schon Kopffestigkeit gefragt. Nach dem Abstieg ging es ebenso spektakulär weiter durch die Schlucht. Nach 16 Kilometern war Jörg dann wieder in Alaró.

Am darauffolgenden Tag ging es mit dem Rad von Alaró nach Valdemossa und von dort aus nach Sóller und über den Coll de Sóller, den Coll de Honor und den Coll de Orient wieder zurück. Die Strecke war 83 Kilometer lang und mit 1564 Höhenmeter ganz gut schweißtreibend. Auf dem Coll de Sóller musste Jörg feststellen, dass unser Marathon Ibbenbüren Aufkleber vom Passschild verschwunden ist. Da wurde eben über WhattsApp Nachricht gegeben und die jetzt auf Mallorca weilenden Radmarathonis versprachen einen neuen Aufkleber anzubringen, sofern der Pass in diesem Jahr auf ihrer ToDo-Liste steht.

Das Castillo von Alaró war das Ziel der nächsten Wanderung. Es liegt direkt über dem Dorf auf ca. 800 Meter Höhe. Beim Aufstieg folgte Jörg dem steilen Wanderweg unterhalb der Steilwand des Tafelbergs auf dem das Castillo liegt. Oben bot sich ein super Ausblick auf das Panorama der höheren Gipfel des Tramuntana-Gebirges. Beim Abstieg ging es über die Serpentinenweg, das war dann für die Knie doch weniger anstrengend. Nach 15,5 Kilometern und 665 Höhenmeter war Jörg dann wieder im Dorf.

Auf der Halbinsel Formentor fand dann die nächste Radtour statt. Von Alcudiá über Porto Pollenca ging es bis zum Leuchtturm am Ende der Halbinsel. Vom landschaftlichen gibt es nach Jörgs Meinung nicht viele schönere Strecken auf der Insel. Und mit 880 Höhenmeter (510 HM im Hinweg und 370 HM im Rückweg) auf 45 Kilometer Länge (nur auf der Halbinsel) ist das auch ganz schön anspruchsvoll. Zurück fuhr Jörg über Pollenca um am Platz unterhalb des Kalvarienbergs noch Mandelkuchen mit Café con Leche zu genießen. Nach insgesamt 66 Kilometer war er dann wieder in Alcudiá.

Ausblick vom L´Ofre

Seine letzte Wanderung machte Jörg dann von Sóller aus durch den Barranc de Biniaraix auf den knapp 1100 Meter hohen L´Ofre. Start war bei knapp 27 Meter über dem Meer. Nach moderaten Anstieg auf den ersten Kilometern zog der Anstieg dann doch gewaltig an. Dabei ging es durch den Barranc de Biniaraix eine ganz enge Schlucht. Das Gebirgswasser ist hier so sauber, dass man damit bedenkenlos seine Trinkflaschen auffüllen kann. Nach 10 Kilometer stand Jörg dann auf dem bis knapp unter dem Gipfel bewaldeten L´Ofre. Da oben war es allerdings voll wie auf der Kirmes und man musste sich für ein Gipfelfoto regelrecht anstellen. Man kann den Gipfel auch über eine andere Route mit lediglich 350 Meter Höhenunterschied erreichen. Das haben wohl viele gemacht. Zurück ging es dann auf dem selben Weg. Es gab dann noch das Pflichtprogramm in Sóller, ein Eis mit Mandeleis, Orangeneis und Zitroneneis. Und anschließend ging es nach 20 Kilometern und 1064 Höhen-/ Tiefenmetern nach Hause.

Es standen jetzt noch zwei Radtouren auf dem Trainingsprogramm. Eine ging mit 41 Kilometer und 522 Höhenmeter rund um Palma, davor nochmal machte Jörg noch eine Tour an der wunderschönen Westküste entlang. Diese Tour war 62 Kilometer lang und ging von Andratx über Banyalbufar nach Puigpunient, über Galilea und Es Capdella zurück nach Andratx. In Summe waren das dann nochmal 1375 Höhenmeter. Wer sich mal auf Alb Extrem vorbereiten will, sollte diese Tour fahren, entspricht sie doch mit den harten Anstiegen und kurzen Abfahrten in etwa dem Charakter der Strecke in Ottenbach. Aber landschaftlich spektakulärer ist diese Fahrt an der Steilküste.

Am Ende seines Urlaubs hatte Jörg dann 64 Kilometer mit 3400 Höhenmeter gewandert und 430 Kilometer Rad mit 6400 Höhenmeter gefahren und wieder einmal festgestellt, das diese Insel einfach vieles mehr bietet. Sollte jetzt jemand auf den Geschmack gekommen sein für das Wandern oder Radfahren auf der Insel gibt Jörg gerne Auskunft.