Pättkesfahrt rund um Münster


Pättkesfahrt rund um Münster – Erste mehrtägige Radtour der Radwandergruppe

 

Der Wettergott meinte es gut mit den 20 köpfigen Marathonis. Pünktlich zum „Antritt“ am Freitag: Sonne, angenehme Temperaturen und kein Regen in Sicht. Bei guter Laune starteten wir unsere erste mehrtägige Radwanderung rund um Münster. Alle waren gespannt, welche Routenführung Hermann Bülter ausgesucht hatte. Sein Ziel: so wenig Hauptverkehrsstraßen wie nötig, soviel Natur wie möglich, auf gut befahrbaren Radwegen und natürlich keine Höhenmeter!

Auf alt bekannten Wegen, abseits der offiziellen Straßen, führte uns der Weg zunächst über Brochterbeck nach Lengerich, um dann an Lienen vorbei Glandorf zu erreichen. Kleine Kotten, große Bauernhöfe, Wiesen und Felder, eine Fahrt zum genießen und gemächlichen radeln. Auffallend die am Wegesrand von Nachbarschaftsvereinen aufgestellten wunderschönen Schutz- und Verweilhütten,0012  die immer wieder zum Anhalten einluden. Selbst die Einladung an einem Lachkursus teilzunehmen, konnte die Gruppe nicht davon abhalten, bei bester Laune auf das Angebot zu verzichten und die Fahrt nach einem gemeinsamen Gelächter und einer kleinen Pause fortzuführen. Hinter Glandorf ging es auf schönen Waldwegen direkt nach Schloss Harkotten, eine der sehr seltenen Doppelschlossanlagen aus dem 14. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum. 0030 Bei einer Exklusivführung mit der Schlossherrin Frau Baronin von Korff, erfuhren wir in beeindruckender Weise, mit welchen Schwierigkeiten die Restauration und die Unterhaltung einer solchen Schlossanlage verbunden ist. Sehenswert allemal, da die jetzt freigelegten und durch Zufall entdeckten Wandmalereien zu bestaunen sind und man als Besucher erfahren konnte, mit welchen filigranen Techniken die Restauratoren wohl mit unendlicher Geduld und extremen Zeitaufwand ans Werk gehen.

Nach Kaffee und Kuchen im Schlosscafe, setzten wir dann die Radtour immer entlang der Bever Richtung Ostbevern fort. Nach kurzem Zwischenstopp am Kloster Vinnenberg, eine interessante Klosteranlage, erreichten wir gegen 18:00 unser Hotel zur Post in Bevergern. Mit einem reichhaltigen Abendessen und der Aufnahme entsprechender „Flüssignahrung“ wurden die am Tag verlorenen Kalorien wieder ausgeglichen. In gemütlicher Runde klang der erste Tag dann aus. Die ersten 68 Km waren geschafft.

 

Am nächsten Morgen ging es dann von Ostbevern auf dem Emsradweg zunächst nach Telgte und von dort dem Werseradweg0067 folgend zur Pleister Mühle in Münster- Angelmodde. Eine Kanufahrt auf der Werse war aus Zeitgründen leider nicht möglich, könnte aber sicher einmal in Verbindung mit einer weiteren Radtour nachgeholt werden.

Es kam wie es kommen musste, die weitere Fahrt nach Roxel durch Münster-Hiltrup erfolgte überwiegend ab Hiltrup über innerstädtische Radwege, die leider nicht zu vermeiden waren. Kurz hinter Hiltrup hatte uns die münsterländer Parklandschaft wieder in ihren Bann gezogen und über kleine Pättken erreichten wir das Wasserschloss Hülshoff,0081  mit seinen großzügigen Parkanlagen. Bei einer ausgiebigen Pause mit leckerem Kuchen schafften wir es, den sich angekündigten Regenschauer abzuwarten, um trocken und bei Sonnenschein unsere Weiterfahrt in die Baumberge nach Billerbeck fortzuführen. Zu unserer aller Überraschung wurden wir in der Ortsmitte von Havixbeck mit lauter Schützenmusik live spontan begrüßt und durften das Spalier der Schützenbrüder bei ihrer Proklamation mit unserem Fahrradkorso unter lautem Beifall der Schützen und Zuschauer abfahren. Ein toller Moment!

 

Die letzte Etappe nach Billerbeck stellte sich dann als kleine sportliche Herausforderung heraus. Immerhin mussten auf verschlungenen Pfaden die Höhen der Baumberge erklommen werden, was schon den einen oder anderen aus der Puste brachte. Als die höchsten Erhebungen schließlich erklommen waren, lag ein wunderschöner Blick auf den Dom von Billerbeck vor uns. Abwärts ging es dann im raschen Tempo vorbei an der Freilichtbühne Billerbeck nach Billerbeck ins Ortszentrum, wo wir bereits im Hotel Billerbecker Hof erwartet wurden. 74 Km waren geschafft.

 

Hielt der Wettergott bis jetzt die Sonne über uns, so waren die Prognosen für die letzte Etappe von Billerbeck nach Ibbenbüren am Sonntag nicht gerade rosig. Schon beim abendlichen Ausklang wetteiferten die verschiedensten Wettervorhersage Apps um Vorhersagegenauigkeiten für die Rückfahrt. Gegen 9 Uhr starteten wir noch bei stark bewölktem Himmel mit gelegentlichen Sonnenstrahlen unsere letzte Etappe über Darfeld in Richtung Horstmar und Leer. Lange Zeit fuhren wir über die wunderschön ausgebaute Bahnradroute von Coesfeld nach Rheine. Ein kleiner Zwischenstopp am Bahnhof Darfeld,0098  der vom dortigen Heimatverein als Lokalität und Freizeitangebot ausgebaut worden ist, lud einige Teilnehmer zu einer zusätzlichen Trainingseinheit an verschiedensten Fitnessgeräten im Freien ein. Es rollte sich so gut auf der Strecke, dass wir die richtige Abfahrt nach Leer verpassten und einen kleinen Umweg fahren mussten. Inzwischen hatte sich der Himmel mit Regenwolken zugezogen, der Wind war aufgefrischt, so dass wir uns nach einem kurzen, aber heftigen Anstieg kurz vor Leer unterstellen mussten, um den Schauer abzuwarten. Hier waren die Regen Apps wirklich hilfreich, da sie uns vorhersagten, wie lange der Regenspuk dauern würde. 20 Minuten genau und wir konnten unsere Fahrt bergab nach Leer in einem rasanten Tempo fortführen, um dann in Burgsteinfurt eine längere Pause einzulegen, während der nächste Schauer niederging. Nach der Pause ging es dann Richtung Emsdettener Venn. Wer es nicht kennt: Das einzige Hochmoor im Kreis Steinfurt mit seltenen Tier- und Pflanzenarten und einer typischen Moorlandschaft. Von dort erreichten wir vor dem nächsten Regenschauer die Bockholter Fähre bei Elte. Nach dem Ruf:   „Fährmann hol rüber!“ tat sich tatsächlich was am anderen Emsufer und der bereits in die Tage gekommene Fährmann, ein Urgestein, holte uns mit seinem kleinen Fährboot unter murren ans andere Ufer.0133  Da es wieder einmal Kaffee und Kuchen gab, konnten wir den passenden Regenschauer zeitlich genau absitzen, um dann die letzten Kilometer Richtung Ibbenbüren trocken abzustrampeln. Gegen 18 Uhr klang dann ein wunderschönes Radwanderwochende, an dem wir das Münsterland wirklich als Pättkesfahrerland fernab von Straßen erleben durften, bei einem gemeinsamen Abendessen aus.

StO