Nina Manzke und Felix Bücken bei der WM


Emo­tio­na­le Momen­te

Von Hol­ger Luck (IVZ)

94 Stre­cken­ki­lo­me­ter, dazu 4000 Höhen­me­ter im alpi­nen Gelän­de. Das ist der Moun­tain­bike-Mara­thon. Eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung an die Kon­di­ti­on und an das fah­re­ri­sche Geschick der Rad­sport­ler. Bei der Welt­meis­ter­schaft in die­ser noch nicht olym­pi­schen MTB-Dis­zi­plin vor eini­gen Wochen in Grä­chen (Schweiz) waren zwei Rad­sport­ler von Mara­thon Ibbenbüren dabei. Nina Manz­ke und Felix Bücken hat­ten sich für das Kräf­te­mes­sen der Welt­spit­ze qua­li­fi­ziert und muss­ten ihre Teil­nah­me wei­test­ge­hend selbst orga­ni­sie­ren. Wir spra­chen mit den Moun­tain­bi­kern über ihre Ein­drücke von der inter­na­tio­na­len Bühne des Moun­tain­bike-Sports. An einem so großen und top-orga­ni­sier­ten Wett­be­werb teil­neh­men zu dürfen, das war schon irre für uns.Felix Bücken ist auch mit ein paar Wochen Abstand noch schwer beein­druckt von der Welt­meis­ter­schaft. Das Sam­meln von Erfah­run­gen und das Auf­sau­gen von Ein­drücken stan­den dabei für ihn wie auch für Trai­nings­ge­fähr­tin Nina Manz­ke klar im Vor­der­grund, nicht so sehr das persönli­che Abschnei­den. Am Ende absol­vier­ten bei­de die anspruchs­vol­le Stre­cke in respek­ta­blen Zei­ten, mit denen sie persönlich mehr als zufrie­den sind. Im 170- bzw. 80‑köpfi­gen Feld bei der Welt­spit­ze vor­ne mit­zu­fah­ren, saß nicht drin, das war den bei­den vor­her klar. “Aber wir sind deut­lich nicht Letz­te gewor­den, resümier­te Bücken augen­zwin­kernd. Im Natio­nal­tri­kot für Deutsch­land zu fah­ren, die tol­le Stim­mung an der Stre­cke und die Abläu­fe einer inter­na­tio­na­len Ver­an­stal­tung zu erle­ben alldas wer­de ihnen nach­hal­tig in Erin­ne­rung blei­ben und bedeu­te­te viel mehr als Zei­ten oder Plat­zie­run­gen, so Manz­ke. Dass die Teil­neh­mer nach der Welt­rang­lis­te die Start­auf­stel­lung ein­neh­men, hat­te ich so noch nicht erlebt, erzählt Felix Bücken und schwärmt gleich wei­ter von der Stre­cke: Das war ein­mal Best of Wal­lis.Nina Manz­ke genoss nach der teil­wei­sen Ein­sam­keit im Gelän­de vor allem die letz­ten Kilo­me­ter und die Begeis­te­rung des Publi­kums bei der Ziel­ein­fahrt. Da hat­te ich Trä­nen in den Augen ein sehr emo­tio­na­ler Moment.Das bun­te Teil­neh­mer­feld mit Sport­lern aus vie­len Natio­nen zeig­te Manz­ke und Bücken zudem, wie sehr der Sport ihres Her­zens inzwi­schen die Welt erobert hat. Auch das für sie eine schöne Erkennt­nis. Den Wett­be­werb der Män­ner gewann übri­gens mit Hec­tor Leo­nar­do Paes Leon ein Kolum­bia­ner, bei den Frau­en hat­te Pau­li­ne Fer­rand Pre­vot aus Frank­reich die Nase vorn. Für die Ver­wirk­li­chung ihres Trau­mes muss­ten die Moun­tain­bi­ker eini­ge Anstren­gun­gen unter­neh­men. Zunächst war da die Hürde der Qua­li­fi­ka­ti­on. Manz­ke: Die Mara­thon-WM ist einer der weni­gen MTB-Wett­be­wer­be, für die man sich qua­li­fi­zie­ren muss.Das lief über die Mara­thon World Series; fest­ge­leg­te, welt­wei­te Sai­son­ver­an­stal­tun­gen, bei denen es ein Top-20-Ergeb­nis zu errei­chen galt. Die Sport­ler stei­ger­ten ihren gemein­sa­men Trai­nings­auf­wand erheb­lich fünf Ein­hei­ten pro Woche waren es über lan­ge Pha­sen und arbei­te­ten so auf das Sai­son­ziel hin. Der Erfolg: Manz­ke gelang die Qua­li sofort beim ers­ten Ren­nen in Frank­reich, Bücken schaff­te es im drit­ten Anlauf, beim Ren­nen in Ungarn. Kaum weni­ger anspruchs­voll war das Pro­jekt WM-Teil­nah­me in orga­ni­sa­to­ri­scher Hin­sicht. Da blie­ben die Sport­ler weit­ge­hend auf sich selbst gestellt. Vie­les muss­ten sie als Akti­ve selbst in die Hand neh­men und finan­zi­ell tra­gen: Die Fahr­ten zu den Qua­li­fi­ka­ti­ons­ren­nen, die Anmel­dung zur WM, sogar das Tri­kot muss­ten die Ath­le­ten selbst bestel­len. In Grä­chen schließlich das Zurecht­fin­den vor Ort. Gar nicht so ein­fach bei einer Ver­an­stal­tung die­ses Kali­bers. Zur Unterstützung fuhr Manz­kes Vater Uwe als Betreu­er mit und sorg­te dafür, dass sich die bei­den Sport­ler ganz auf ihren Wett­be­werb kon­zen­trie­ren konn­ten. Dass der Heim­ver­ein nicht viel hel­fen kann, wis­sen die Akti­ven. Mara­thon Ibbenbüren leis­te ihnen wich­ti­ge admi­nis­tra­ti­ve Unterstützung. Vor allem um Start­li­zen­zen gehe es da, und weni­ger um Förde­rung, Betreu­ung und Trai­ning. Das erwar­tet man als Akti­ver in einer Indi­vi­du­al­sport­art aber auch nicht, meint Bücken und betont, dass er und Nina Manz­ke sich bei den Mara­tho­nis sport­lich super­gut auf­ge­ho­benfühlen.

Die Ver­öf­fent­li­chung erfolgt mit freund­li­cher Geneh­mi­gung der Ibben­bü­re­nen Volks­zei­tung (IVZ). Der Arti­kel erschien am 15.10.2019 in der IVZ.