Lars Runde beim 50 km Trail Lauf “Salisbury 54321”


Am Sonn­tag dem 12. August 2018 fand in Eng­land der 50km Trail Lauf “Salis­bu­ry 54321” statt. War­um 54321? Es geht über 5 Flüs­se, 4 Ber­ge, 3 Land­gü­ter, 2 Bur­gen und vor­bei an 1 Kathe­dra­le.

Die Kathe­dra­le in Salis­bu­ry soll als Vor­la­ge für den Roman “Die Säu­len der Erde” gedient haben und besitzt den höchs­ten Kirch­turm Eng­lands. Ein land­schaft­lich schö­ner Lauf mit stän­dig wech­seln­dem Unter­grund, so dass es nie ein­tö­nig wird. Immer wie­der muss man auch mit Tritt­hil­fen über einen Wei­de­zaun klet­tern. Nur das nahe gele­ge­ne Stone­henge wird vom Lauf aus­ge­las­sen.

Aus­ge­tra­gen von der Fire Figh­ters Cha­ri­ty befin­det sich die Anmel­dung in der Feu­er­wa­che. Die Stre­cke ist mit gro­ßen neon­gel­ben Schil­dern bes­tens mar­kiert. Spä­tes­tens alle 5km gibt es einen Ver­sor­gungs­punkt. Aller­dings haben die meis­ten aus­schließ­lich Was­ser im Ange­bot. Nur etwa jeder zwei­te VP hat Iso­drinks und Wein­gum­mi, nur einer hat Bana­nen. Dar­um sind wohl fast alle Läu­fer mit Ruck­sack unter­wegs.

Um 9:30 Uhr machen sich bei 18°C und leich­tem Regen 231 Ultra­läu­fer auf den Weg. Da es nach ein paar hun­dert Metern gleich auf einen Sin­gle­trail geht, lau­fe ich zügig los und rei­he mich auf Platz 11 ein. Nied­rig hän­gen­de Blät­ter ver­ber­gen einen Ast, gegen den ich mit vol­ler Wucht knal­le. Die Beu­le am Kopf bleibt mir noch tage­lang erhal­ten. An den Bei­nen machen sich der­weil die Brenn­nes­seln bemerk­bar. Das geht ja gut los!

Als der Weg nach einem Kilo­me­ter auf eine Stra­ße mün­det, zie­hen ein paar Leu­te an mir vor­bei und ich fal­le auf Platz 15 zurück. Es geht über die Wall­an­la­gen der Burg Old Sar­um, dann sto­ßen wir mit den Mara­thon­läu­fern zusam­men und es wird vor­rüber­ge­hend voll. Über­ra­schen­der­wei­se sam­me­le ich schon nach einer Stun­de die ers­ten 50km-Läu­fer wie­der ein und rücke aber­mals auf Platz 11 vor.
Fort­an kämp­fe ich mit einem ande­ren Läu­fer stän­dig um Platz 10. Er hat einen Trinkruck­sack und läuft an den Ver­sor­gungs­punk­ten immer an mir vor­bei, wäh­rend ich in Ruhe trin­ke. Dann hole ich ihn wie­der ein und am nächs­ten VP holt er sich Platz 10 zurück. So geht es bis Kilo­me­ter 40, wo sich all­mäh­lich die unge­wohnt vie­len Höhen­me­tern bemerk­bar machen. Ich kann ihn nicht mehr vor dem nächs­ten VP ein­ho­len, doch da sitzt er dann gemüt­lich trin­kend auf einer Bank. Ich freue mich schon. Er steht aber gleich auf und läuft mir end­gül­tig davon. Gleich dar­auf über­holt mich auch noch die zweit­plat­zier­te Frau und ich fal­le auf Platz 12 zurück. Ent­schlos­sen hän­ge ich mich an sie ran und wir über­ho­len gemein­sam zwei wei­te­re Läu­fer. Ich bin wie­der in der Top 10, muss die Frau 8km vorm Ziel aber zie­hen las­sen.
Etwas spä­ter taucht hin­ter mir aber­mals ein Läu­fer auf. Mei­ne Waden bren­nen bereits und ich gebe noch ein­mal alles, um ihn nicht her­an­kom­men zu las­sen. Den­noch nähert er sich und zieht nur drei Kilo­me­ter vorm Ziel an mir vor­bei. Er ent­schwin­det rasch und lässt mich auf Platz 11 zurück. Ich hal­te das Tem­po so hoch es irgend­wie geht, bre­che aber bis auf einen 6er Pace ein. Trotz­dem über­ho­le ich eini­ge Läu­fer der kür­ze­ren Distan­zen. Das moti­viert! Beim 1km-Count­down-Schild kehrt dann der Ehr­geiz zurück. Unge­ach­tet der explo­die­ren­den Waden rase ich los und stür­me über die Ziel­li­nie:

  • 11. Platz in der Gesamt­wer­tung
  • 9. Mann im Ziel
  • 3. Platz in der AK M40
  • 4:15:41 Stun­den

Text & Bil­der von Lars Run­de