Lars Runde bei 10. Druid’s Challenge


Am Wochenende vom 09. bis zum 11.11.2018 habe ich in der Nähe von Oxford (GB) an der 10. Druid’s Challenge teilgenommen.

Das sind 135km mit 1.900Hm in drei Tagen über den Ridgeway, einem 5.000 Jahre alten Weg. Lange Abschnitte mit Gras, rutschigem Kalk und vor allem glitschig klebrigem Schlamm haben mein Zeitziel von 12 Stunden rasch als unrealistisch bloßgestellt. Dafür gab es so gut wie keine Straßen und zudem wunderschöne Ausblicke über das herbstliche Umland. Zur Pflichtausrüstung gehörten eine Stirnlampe (Sonnenuntergang kurz nach 16 Uhr), ein Mobiltelefon (für den Fall, dass man sich verläuft) und eine Wasserflasche (da es nur 3 Verpflegungspunkte pro Tag gab). Ich habe alle 10 Minuten einen Schluck Wasser getrunken und alle 30 Minuten einen Keks gegessen, sowie an den VPs je eine halbe Banane. Übernachtet wurde gemeinsam in Turnhallen. Zur Regeneration hatte ich mir eine Blackroll und Kompressionssocken mitgenommen. Dazu dann noch etwas Selbstmassage. Gestartet wurde in drei Gruppen: Zuerst die Walker, eine Stunde später die Läufer und noch eine Stunde später die Eliteläufer, mit denen ich gestartet bin.

Tag 1

Per Shuttlebus geht es vom Bahnhof in Tring zur Anmeldung. Nach dem Briefing fahren wir mit Minibussen weiter zum Start, der auf einem windigen Hügel erfolgt. Der erste Läufer ist schnell außer Sicht. Ich halte mich in der fünfköpfigen Verfolgergruppe, bis ich am ersten VP meine Flasche nachfülle und die anderen entschwinden. Der Weg ist meistens super ausgeschildert, trotzdem verlaufe ich mich zweimal kurz, komme aber dennoch als 6. ins Ziel.

Tag 2

Vom Start an wird ein schnelles Tempo angeschlagen. Ich brauche ein paar Kilometer, bis die Beine wieder in Schwung kommen. Schon habe ich abermals den falschen Weg gewählt und muss mich auf Platz 6 zurückkämpfen. Noch vor dem zweiten VP verlaufe ich mich erneut, zusammen mit einer Frau aus der zweiten Startgruppe. Da es keine Abzweigungen gibt, merke ich erst spät, dass wir falsch sind. Ich laufe zurück, bis mir die Frau entgegen kommt. Sie hat per GPS erkannt, dass wir parallel zur Laufstrecke unterwegs sind. Ein Anruf beim Rennleiter bestätigt das. Wir sollen weiter laufen und dann später queren. Als wir die anderen Läufer sehen, kreuzen wir ein paar Wiesen und etliche Stacheldrahtzäune, um zurück auf die Laufstrecke zu kommen. Letztendlich hat mich die Aktion fast 20 Minuten gekostet und ich habe keine Ahnung auf welcher Platzierung ich nun laufe. Jetzt heißt es das Tempo hoch halten und ich sammel einige der Eliteläufer ein. Letztendlich lande ich auf Platz 8 und bin im Gesamtklassement gerade noch Sechster.

Tag 3

Um mich nicht noch einmal zu verlaufen, bleibe ich hartnäckig an fünfter Position an meinem Vordermann dran. Wieder brauchen die Beine eine Weile, bis die Erschöpfung des Vortages vergessen ist. Nach etwa 20 Kilometern verliere ich meinen Zugläufer dann doch aus den Augen. Ohne verlaufen geht es schließlich dem Ende entgegen. Wenn ich das Tempo hoch halte, kann ich sogar noch unter 13 Stunden finishen. Im Flachen laufe ich jetzt etwa 5:15 min/km. Die letzten 500m lege ich noch einen Endspurt hin und laufe strahlend als 5. der heutigen Etappe ins Ziel ein. Nach der Siegerehrung geht es mit dem Shuttlebus zum Bahnhof in Swindon.

Ergebnis

Anmerkung der Redaktion: Wir gratulieren Lars zu dieser tollen und außergewöhnlichen Leistung! 135 km in unter 13 Stunden, dass ist absolute Klasse.

Text & Bild: Lars Runde